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Opa wohnt jetzt im Wolkenschloss, sagt Anton

Ich weiß nicht recht, wie ich diesen Post schreiben soll, weil er eigentlich nicht wirklich zum Thema Reise passt, gleichzeitig aber so viel vereint, was wir auf Reisen mit unseren Kindern gelernt haben.

Sicherheit geben ist ganz wichtig. Mama und Papa sind immer da und kommen auch immer wieder, sie passen auf Euch auf und lassen Euch so viel Freiheit, wie Ihr braucht, um Euer Leben zu leben.

Nie haben wir aktiv darüber nachgedacht, was wir unseren Kindern mitgeben wollen, irgendwie haben wir es einfach gespürt. Es war einfach klar. Wir habend das Glück beide aus ganz normalen Familien zu kommen, in denen das Miteinander und frei sein Hand in Hand gehen. Wo man gerne zusammen ist und auch gerne wieder geht, um beim nächsten Mal gerne wieder zu kommen.

Ganz automatisch machen wir das bei unseren beiden Zwergen genauso. Und besonders auf der letzten Elternzeitreise haben wir gespürt, dass wir damit genau richtig liegen. Den Kindern ist es doch egal, ob sie in Köln oder Cancun sind. Wichtig ist nur, dass der Rückhalt durch Mama und Papa da ist. Dann bewegen sie sich frei, sind neugierig auf Neues und offen für Menschen.

Ich glaube, dass man mit dieser Einstellung auch einiges andere im Leben schafft. Auch einen geliebten Menschen zu verabschieden. Ihn gehen zu lassen, auch wenn man es nicht versteht oder nachvollziehen kann.

Der Tod ist auch für Erwachsene surreal, wie soll ein Dreijähriger damit klarkommen? Muss er das? Oder nimmt er es auch einfach mal hin? Ist das ok?

Ja, das ist es. Man darf sagen, dass Opa gestorben ist. Und Fragen dazu sind wichtig und gut. „Sind dann da nur noch Knochen, die man findet“ ist die logische Frage, wenn man zuvor nur durch ausgestorbene Dinos Kontakt zu diesem Thema hat.

„Mama, stirbst Du auch mal? Wann?“
„Ja, ich sterbe auch mal. Und Du auch. Jeder Mensch muss irgendwann mal sterben. Aber keiner weiß wann. Viele sterben, wenn sie alt sind, oder richtig krank, aber manchmal sterben sogar Kinder. Das ist nicht schön, aber so lange wir hier sind freuen wir uns machen ein paar schöne Sachen.“

Man braucht nicht lügen, muss nicht vom Schlafen und nicht mehr aufwachen sprechen. Man kann sagen, wie es ist. Klar und ohne Tüddelü. Auch bei der Beisetzung, das schaffen Kinder, wenn Mama und Papa da sind und ihnen erklären, warum alle traurig sind. Und danach geht das Leben weiter, das zeigen sie uns ganz deutlich.

Wahrscheinlich gehört dieses Stück Reise einfach auch dazu. Eine Lebensreise mit traurigem Ende oder der Lehre, dass Kinder oft stärker sind, als man glaubt. Und man ihnen das ruhig zutrauen kann, wenn man ihnen auch sonst den nötigen Halt gibt.

7 Kommentare

  1. ich hab ein paar tränen in den augen, weil du das so „schön“ (schön ist so was ja nie!) beschrieben hast.
    es tut mir sehr leid für euch, ich wünsch euch allen viel kraft!

  2. Ich sitze hier und mir kullern die Tränen.
    Tod und Leben liegen sooft so nah beieinander. Manchmal kann man sich noch verabschieden, manchmal nicht.
    Aber ja – man sollte auf jeden Fall immer offen und ehrlich darüber reden.
    Und Kinder können einem da mit ihren wundervollen Worten soviel Kraft geben !
    Der Sohn einer Freundin sagte auch mal „Warum seid ihr denn alle so traurig, Opa ist doch jetzt im Himmel“
    Aber einfach ist es sicher nicht so ehrlich auf manche Fragen der Kinder zu antworten. Ich hoffe wir kriegen das später mal gut hin mit unseren.
    Danke für den post
    Grüßle
    Dani

  3. Liebe Katja, schön, dass du so offen über dieses traurige Thema schreiben kannst, ich glaube das könnte ich nicht. Antons Vorstellung vom Wolkenschloss gefällt auch mir. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und bin in Gedanken bei dir.

  4. Johanna sagt

    …ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Und dazu dieses Foto – das ist so schön!

  5. … Ich habe mir als Kind immer vorgestellt, dass mein Papa einfach die Koffer gepackt hat und schon vorgefahren ist… Da passt das Wolkenschloss sehr gut… Und ich glaube auch, dass Kinder viel stärker sind als wir denken und vorallem ganz tolle Lösungen finden, wenn man sie lässt.

    Ich wünsche euch viel Kraft in der kommenden Zeit.

    Unsere Lieben wechseln nur die Räume – im Herzen sind sie immer bei uns.

    Alles Liebe Christina

  6. Liebe Katja,

    schön, wie du das geschrieben hast, auch wenn es ein trauriger Anlass ist. Aber ja, so ist es nun mal. Jeder muss irgendwann einmal gehen und wenn man es geschafft hat Opa zu werden, dann hat euer Opa doch einiges im Leben erreicht! Trotz allem mein herzliches Beileid
    Kinder sehen das Sterben glaube ich einfach noch nicht so sentimental, sondern eben als einen Teil des Lebens. Elian war beim Tod seines Uropas vor allem daran interessiert, was jetzt aus ihm geworden ist und wann und wie er wieder aus dem Himmel runter kommt, damit wir ihn beerdigen können.
    Viel Kraft für die schwierige Zeit und alles Liebe
    Muriel

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