Die lieben Kleinen sind doch so süß, aber seine Kinder im Urlaub schön zu fotografieren erscheint irgendwie unmöglich. Die Fotos sind unscharf, verwackelt, zu dunkel und irgendwie halt nicht so, wie man sie gerne hätte. Vielleicht schafft man es gerade mal die Kids mit Eis bestochen auf einer Mauer einzufangen, sichtlich genervt, weil die eigentlich ganz anderes im Sinn hatten. Dabei wollte man doch diesen friedlichen Moment einfach mal festhalten! Was für eine Challenge!
Letzten November hatte ich nen Fotokurs für Einsteiger in Karlsruhe gegeben und das Thema Kinderfotos stand unangefochten an erster Stelle der Themenliste. Es wird auch in diesem Jahr wieder Termine für weitere Kurse geben, ich kläre gerade wann.
Bis dahin wollte ich Euch schon mal ein paar Tipps mitgeben, damit die Fotolust nicht zum Bilderfrust mutiert. Es ist nämlich nicht nur die Technik, die ihre Tücken hat, sondern schlicht auch die Situation mit ihrem Licht, die es zu erkennen gilt. Also aufgemerkt, das ist meine Herangehensweise, wenn ich Kinder fotografiere (die technischen Details der Kamera kommen dann im nächsten Post).
1) Rücke Deine eigene Einstellung zurecht
Unterscheide zwischen Schnappschuss und Portrait. Klar wollen wir alle super Bilder, die ganz natürlich aussehen. Kriegen wir irgendwann auch spontan hin, bis dahin braucht es aber ein paar strukturierte Erfahrungen. Klingt seltsam, ist aber wie beim Autofahren auch. Bevor man situativ das richtige macht, muss man üben. Und das am besten ganz bewusst, d.h. beim bewussten Portraits fotografieren.
Kann man Licht und Situation intuitiv erkennen, kriegt man auch in spontanen Urlaubssituation wunderschöne Schnappschüsse. Darum starte bewusst damit Porträts von Deinem Kind zu fotografieren und berücksichtige folgendes:
2) Such Dir vorher einen schön schattigen Ort
Da blendet die Sonne nicht und Du hast keine harten Lichtkanten. Ebenso auch keine ausgefressenen Lichter (das sind die Stellen, die auf dem Bild schlicht weiß sind und in denen man nichts erkennt). Es ist ein Trugschluss, dass Fotos bei Sonne schöner sind. Anfangs ist der Schatten deutlich einfacher zu handeln.


3) Wähle eine farbneutrale Umgebung
Sandstrände, Spielplätze, öffentliche Plätze etc. eignen sich besser als grüne Wiesen. Diese reflektieren nämlich auch grün, was einen ziemlich unschönen Farbstich in den Hauttönen mit sich bringt, besonders, wenn die Sonne hoch steht. Wenn Ihr im Garten oder im Park fotografieren möchtet, bleibt auf dem Kiesweg, das reflektiert von unten farbneutral.
Kleiner Tipp in Sachen Outfit: bunte Kinderklamotten mögen schön sein, auf Fotos jedoch kommt schnell viel Unruhe rein, wenn die Umgebung schon farbig und gemustert ist (Bäume, Gebäude…). Einfarbige Kleidung, gemixt mit maximal einem gemusterten Teil, wirkt stimmiger.
Als Grundsatz kann man sich merken, dass helle Farben besser funktionieren als dunkle und einfarbige besser als gemusterte. Wenn sich die Palette der Kleidung dann an der der Umgebung orientiert, wird’s richtig harmonisch.
4) Fotografiere bei weichem Licht
Früh am Morgen oder spät am Nachmittag ist das Licht soft, eine super Zeit für Portraits. Steht die Sonne tief am Horizont, kann man die Schatten-Regel getrost außer Kraft setzen. Außerdem ists meist nicht so heiß und das Kind nicht knatschig. Gerade der Vormittag hat sich bei uns bewährt, weil da meist die Laune die beste ist. Wenn der Tag zu Ende geht und die Müdigkeit zunimmt, stehen die Chancen eher schlecht. Wann ist Dein Kind gut drauf? Morgens oder abends?

5) Begeistere und belohne Dein Kind.
Erzähl ihm, was Ihr gleich lustiges machen werdet. Dass es die schönsten Steine suchen und die dann ganz weit ins Wasser werfen darf. Dass ihr Blumen pflücken geht, oder schöne Äpfel sammelt. Bis sie vier Jahre alt sind verstehen sie schlicht Dein Anliegen nicht. Also brauchst Du eine Motivationsgeschichte drum herum.
Bislang unbekannte Sachen sorgen für große Augen, Seifenblasen zum Beispiel, oder Papierflugzeuge. Oder einfach nur ein paar Hölzer und Steinchen, ja, sogar zum ersten Mal nackte Füße im Sand. Bewegen ist auch immer schön, lass sie rennen und springen!

Spielerisch schöne Situationen erzeugen ist der Grundstein. Der Spaß zusammen, die neuen Entdeckungen, die Zeit zusammen, all das wird Sohnemann oder Töchterchen mehr begeistern als Mamas Anliegen schöne Fotos machen zu wollen. Kinderlieder oder Singspiele funktionieren bei Kabbelkindern ganz gut. Begeistert wird dann mit geklatscht und über beide Backen gestrahlt. Einmal mehr ist pädagogische Cleverness gefragt. Doch der Aufwand loht, denn nur, wenn die Kinder einfach glücklich sind, bekommt man natürlich schöne Fotos.
Ist der Nachwuchs etwas älter, kann man mit mehr Vernunft an die Sache ran gehen, wobei auch hier der Spaß an erster Stelle stehen sollte. Grimassen schneiden oder hüpfen gefällt vielen Kindern. Lasst sie Spaß haben und macht mit! Nach ein paar Blödelfotos sagt Ihr einfach, dass sie gerade so froh und glücklich aussehen und Ihr dieses Lachen festhalten möchtet. Selig werden sie in die Kamera schauen. Versprochen!
Belohnung muss sein, manchmal sogar ne kleine Bestechung. Im positiven Sinne. Es ist wie bei allem mit Kindern: ne Zeit lang gehts gut, irgendwann fängt es an zu kippen und man stellt ne kleine Belohnung in Aussicht. Danach gilt es den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg zu finden, denn erzwingen geht hier gar nicht! Besonders nicht, wenn man möchte, dass es ein nächste Mal geben soll. Kinder mit der Kamera jagen ist gar nicht gut und wenn’s zu lange dauert, auch nicht.

6) Mixe Portraits mit Details
Das Ziel heißt ganz bestimmt ein schönes Bild des lachenden Kindes, das auch noch in den Kamera kuckt. Daran arbeiten wir, doch denkt auch ein bisschen weiter und schaut Euch die Details an, die später, beim Betrachten der Fotos, auch die Geschichte des Moments erzählen.
Eis verklebte Finger, sandige Füße, schiefe Blumensträußchen… Das sind echte Kindermomente und sie sind so unbezahlbar! Fotografiert diese Motive ebenfalls, im Album werden die zusammen wunderbar aussehen!

Und dann wären da noch die Momente, die unter klassischen Fotoaspekten keinen Pokal gewinnen würden. Sie sind technisch nicht einwandfrei, nicht perfekt geschnitten oder vielleicht sogar ein bisschen unscharf. Aber Du hast ihn gesehen, diesen Moment, der nicht wieder kommen wird. Das sind die kostbarsten Fotos!

Wie man das technisch löst, klären wir übermorgen! Ladet schon mal den Akku Eurer Kameras auf und sucht das Handbuch heraus.



Ich schmeiß Euch zu mit Schneebildern vom Rodeln! Auch wenn vor unserer Haustüre nicht wirklich was weißes zu sehen ist, so liegt das Winterglück nur ne knappe Stunde entfernt: der Schwarzwald ist Winterwunderland pur in diesen Tagen. Über einen Meter Schnee hats dort und nicht nur Skifahren kann man, sondern auch prima rodeln. Sogar mit dem Pistenbully!











Es war mein erster Aufenthalt auf der Insel und ich kann mir vorstellen wie schön es im Sommer hier sein muss. Diese Bäderarchitektur ist auch einfach ein Traum, oder? Da denkt man direkt an eine Sommerfrische an der Küste, Strandspaziergänge, frischen Fisch und Strohhüte. Hach.





Ein Schiff zum Urlaub machen! Es liegt in Prerow bei Darß vor Anker und wurde 2013 mit nachhaltigen Materialien wie Hanf-Dämmstoff, Lehm-Wandheizung und Lehmputz saniert. Das Design ist skandinavisch schlicht, hell und gemütlich. Genau meins! Für bis zu acht Personen bietet es Platz. An Land gibts eine Spiel- und Liegewiese samt Grillplatz und auch der Strand ist nur wenige Minuten entfernt. Klingt gut, gell?









Ok, derzeit siehts nicht so doll mit Schnee da draußen aus, aber wir glauben an den Winter und er wird zurück kommen. Ganz bestimmt! Und Schlitten fahren ist so super. Blöd nur, dass Karlsruhe so flach wie ein Pfannkuchen ist. Außer ein paar künstlichen Hügeln in der Günther Klotz Anlage gibts da nicht viel.


