Oman 2014, Ziele für Familien
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Verreisen mit Kleinkindern. Warum gerade das so einfach ist.

Wir sind noch einige Tage unterwegs und schon erreichen mit einige Mails von Eltern, die sich fragen, wie wir das denn so machen, wenn wir mit den Kindern unterwegs sind. Hm. Was machen? Interessant ist da vor allem die Perspektive, die macht einen nämlich total locker.

Anders herum betrachtet: was ist am Unterwegssein mit Kindern so schlimm? Oder gar am Ziel? Wir haben ein Mantra, der uns bei der Reiseplanung immer hilft:

Ostsee oder Indischer Ozean?
Das ist den Kindern doch egal.
Aber der Indische Ozean ist wärmer.

Was ich damit sagen will: für Kindern spielt es doch fast keine Rolle, wo sie sich aufhalten. Da ist München so fremd wie Muscat. Je jünger, desto einfacher ist es. Man reist ja auch nur in Länder, in denen es auch Kinder gibt. Könnt Ihr Euch das vorstellen?Tipps für Fernreisen mit Kindern

Ich will es nicht runter spielen und auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn klar überlegen auch wir bei der Wahl des Ziels gründlich, ob es ernsthafte gesundheitliche oder sicherheitstechnische Risiken gibt. Malaria oder politische Unruhen? No, thanks!

Und je älter die Kinder werden, desto mehr stimmen wir das Reiseziel und den Ablauf der Reise auf sie ab. Sightseeing ja, aber auch Tage am Pool und Strand müssen sein.

Tipps für Fernreisen mit Kindern5

Hier einige Tipps, die dem ein oder anderem beim Mutmachen mit Kleinkindern zu reisen vielleicht helfen.

Off Season!
Ihr seid nicht an Ferien gebunden! Wie schnell sind die ersten sechs Jahre um und dann steht Ihr da und schlackert mit den Ohren, wenn Ihr in der Hauptsaison den Zeh ins warme Meer halten wollt. Die Preise verdreifachen sich! Dafür, dass man dort garantiert nicht alleine ist… Schlimm ist das. Auch wir haben Angst davor.

King Size Bed
Wir buchen immer nur ein Doppelzimmer mit großem Doppelbett. Anton schläft zwischen uns, Ida im Babybett, das nahezu alle Hotels kostenlos zur Verfügung stellen. Das spart ne Menge Geld und außerdem fühlen sich die Kids natürlich pudelwohl dabei. Erstaunlicher Weise ist es auch kein Problem das zu Hause wieder umzustellen, da schläft nämlich jeder in seinem eignen Bett.

Flüge & Airline Specials
Schon mehrfach sind wir in den Genuss von Specials der Airlines gekommen. Wenn man den Markt ein bisschen beobachtet, beispielsweise ein Jahr zuvor einfach mal schaut wann sich die Preise wie verändern, ist es gar nicht so schwer günstige Flüge zu bekommen. Kinder unter zwei Jahren fliegen eh fast gratis mit.

Essen & Eintritte
Auch hier gilt, je älter die Kinder werden, desto teurer wird’s. Egal ob Freizeitpark oder Museum, die Jüngsten kommen umsonst rein und essen am Tisch einfach mit. Oder sind mit nem Gläschen und ner zermatschten Banane durchaus zufrieden. Ältere Kinder essen im Ausland meist kostenlos am Buffet oder bekommen extra Kinderportionen. Nudeln mit Soße gibts überall. Pommes auch. Und an Vitaminmangel stirbt man so schnell auch nicht.

Tagesablauf
Ach, wie war es noch einfach, als es nur um Schlafens- und Essenszeiten ging. Ich muss immer grinsen, wenn jemand sagt, dass ein Baby Dein Leben komplett verändert. Die Natur hat es schon clever eingerichtet, dass man nicht gleich nen wortgewandten Vierjährigen vor die Nase gesetzt bekommt, der Ansprüche hat und die auch ziemlich schlau begründet. Mehr mag ich dazu gar  nicht sagen…

It’s all about the rhythm
Ich bin eher das Modell gut strukturierte Mama. Mein Zeitgefühl geht meist auf die Minute auf, ich weiß wie lange es dauert bis alle fertig sind, ich bin ein Multitasking Nerd, jeder Gang im Haus ist mit etwas praktischem Verbunden, und zwischen dem Spielen mit den Kids mach ich den Haushalt. Mein größtes Tagesziel ist es, dass beide um 19.30 Uhr schlafen – wenn wir zu Hause sind. Dann beginnt nämlich meine zweite Arbeitsschicht.

Und unterwegs? Nun, da brauch ich drei, vier Tage um das alles hinter mit zu lassen. Um zu akzeptieren, dass die Kids erst mal ne viertel Stunde auf dem Bett rumhüpfen, bevor sie schlafen gehen. Und dass das dann auch erst gegen 21 Uhr sind wird. Und dass wir eher essen, wenn wir Hunger haben und Ida ihren Mittagsschlaf macht, wenn sie einfach total kaputt ist. Es ist ok loszulassen und die Kinder kapieren schnell, dass es im Urlaub anders ist und sein darf als zu Hause. Das gilt für große und kleine Mitreisende und entspannt Muttis ungemein.

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Super Tipps. Und jetzt? Meine machen das nicht mit.
Ja, schreit nur, dass wir auch einfach Glück haben, dass unsere in fremden Betten genauso gut schlafen wie zu Hause und auch überall satt werden. Haben wir auch. Warum weiß ich nicht.

Aber ich weiß, dass wir viel mit unseren Kindern drüber sprechen, was wir vorhaben. Was wir in diesem Land alles entdecken wollen. Über Seefahrer und Piraten über Strände voll Muscheln. Über ganz alte Städte mit lieben Menschen, über ganz anders gebaute Häuser, darüber wie Segelboote funktionieren, wie die Tinte in den Tintenfisch kommt und warum der A380 zwei Etagen hat und der Jumbo nur ne halbe zweite.

Es spielt keine Rolle, wie alt sie sind. Auch kleine Kinder hören gerne zu, wenn man mit ihnen spricht und sie verstehen, wenn Mama und Papa ihnen die Welt erklären. Sie begreifen Begeisterung, sie lachen zurück, wenn jemand sie anlächelt und Mama sagt, dass das ok ist. Sie probieren neues Essen, sind offen für andere Umgebungen und sie lernen, dass es Spaß macht neues zu entdecken. Sie spielen lieber mit Steinchen am Straßenrand als mit mitgebrachten Autos, malen in den Sand und ganz wichtig: sie bleiben neugierig und werden mutig.

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Ganz ehrlich: Ostsee oder Indischer Ozean – das Ziel spielt keine Rolle.
Kinder sind doch täglich Reisen! Ihr ganzes Leben besteht doch täglich aus neu gelerntem, neu entdecktem. Sie haben noch keine Scheu, keine Vorurteile oder Ängste!

Wichtig ist einzig und allein, dass man als Eltern locker und relaxed ran geht, Prinzipien und Regeln auch mal aufweicht, aber viel Rückendeckung gibt all das Neue zu entdecken. Die Kuschelnde vor dem Aufstehen im Hotelbett ist Pflichtprogramm bei uns!

Ganz wichtig: Auch als Eltern muss man sich wohl fühlen. Was nutzt das kinderfreundlichste Hotel, wenn man nicht noch 25 andere rumlärmende Kids um sich herum haben will? Warum sollte man keine Länder auswählen, die man selber einfach sehen möchte. Deshalb suchen wir die Ziele aus, die Ihr hier findet. Von der Provence bis nach Neuseeland oder in den Oman.

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Ich hoffe, dass der ein oder andere einfach mal denkt: stimmt eigentlich, wo ist das Problem ne Fernreise mit Babys oder Kleinkindern zu machen. Glaubt mir, wenn Ihr als Paar schon gerne gereist seid, ist es einfach nur schön diese Erfahrungen an Eure Kinder weiter zu gehen.

Also hopp, los und raus in die schöne Welt!

8 Kommentare

  1. Kathleen sagt

    Sehr schön geschrieben :) Vielen Dank dafür denn im Moment plagt mich echt ein schlechtes Gewissen, dass wir nächstes Jahr mit unserer Tochter den weiten Flug in die USA (LA) antreten werden. Bisher hatte ich mir darüber nie wirklich Gedanken gemacht aber seitdem wir die Flüge gebucht haben und wir anderen davon erzählen, kommen Zweifel auf. Wirklich (fast) jeder kommentiert das mit: „Waaaas, seid ihr euch sicher? Wollt ihr das euch und ihr wirklich antun?“. Sie ist dann knapp 2 Jahre alt.

  2. Ach Katja! Du sprichst mir so aus der Seele! Und dabei haben wir noch gar keine Kinder :D Dein / Euer Blog beweist mal wieder, dass es sich lohnt gegen den Strom zu schwimmen. Jetzt hab ich noch mehr Lust auf eigene Kinder!

  3. Liebe Katja,
    eigentlich bin ich eher die stille Leserin, aber jetzt muss ich mich doch mal kurz zu Wort melden: Ich finde eure Einstellung zum Reisen ganz wunderbar, sie macht Mut und ich freue mich auf das Reisen mit Kind, denn die Kleinen öffnen einem die Augen für ganz neue Dinge. Meine Eltern sind mit mir auch immer viel gereist, das hat mich geprägt und den Horizont ungemein erweitert. Unser großer Traum heißt nach wie vor: Roadtrip durch Kalifornien, den wir vor meiner Schwangerschaft nicht mehr realisieren konnten. Aber dank deiner Tipps bin ich mir sicher: Auch mit Kleinkind lässt sich das schaffen und es wird ganz traumschön werden :)!
    Alles Liebe für euch Weltenbummler
    Anne

  4. Liebe Katja,
    toll geschrieben! Und wie du schon sagst, Kinder kommen als neugierige Entdecker auf die Welt und das sollte man ihnen lassen. Sie sind offen und mutig für neues und wir als Eltern sollten ihnen ein Vorbild sein und sie darin bestärken.
    Jeder muss einfach schauen was zu ihm und seiner Familiensituation passt. Wir wurden auch schon oft erstaunt angeschaut „Waaas eine Flugreise mit drei kleinen Kindern?“ Ja, denn ich fand es meist entspannter als 8 Stunden im Auto zu sitzen….
    Geniesst noch die Ferienfreie Zeit. Wir sind schon seit einigen Jahren daran gebunden und es ist tatsächlich zum Haare raufen ;-)
    Habt noch ein paar schöne Tage!

  5. Das hast Du sehr schön beschrieben! Bislang haben wir noch keine großen Reisen gemacht, waren „nur“ ein verlängertes Wochenende in Brügge (Baby damals 9 Wochen) und haben eine 2-wöchige Rundreise durch Brandenburg mit nem VW-Bulli gemacht (Baby damals 5 Monate). Bislang verlief aber alles unkompliziert. Wir haben auch eine eher pflegeleichte Ausführung erwischt, das ist uns bewusst. Aber ein wenig spüren die Kleinen ja auch, wenn die Eltern schon verkrampft sind und Angst haben und übernehmen das.
    Wir überlegen jetzt im kommenden April eine 4-wöchige USA Tour zu machen, das wäre dann zu ihrem 1. Geburtstag. Ich hoffe, dass das klappt. Aber das hängt weniger am Kind als am Arbeitsalltag von Papa ;-)
    Ich sage immer: wenn es dem Kind eh egal ist, ob Nordsee oder Miami, dann kann ich doch entscheiden, was ich gerne sehen möchte :-) Wobei ich die Nordsee aber auch ziemlich gerne mag…nur mal so zur Ehrenrettung!
    Wünsche euch noch eine tolle Reise! LG Nina

  6. Prima Artikel, Du sprichst mir aus der Seele. Leider sind wir jedoch seit dem letzte Jahr der Freiheit beraubt worden: Schulpflicht! Das Reisen mit Kind ist zu Mini-Problem mutiert, im Vordergrund steht nun nur die logistische Reiseplanung….

    Im Oman waren wir übrigens auch im April. Hat uns und dem Tochterkind hervorragend gefallen ;-)

    Liebe Grüße
    Eva

  7. Ganz genau: Es ist überhaupt nicht schwer, seine Kinder zu begeisterten Reisenden zu erziehen, wenn die Eltern relaxt sind und ihnen zeigen, wie viel Spaß das Weltentdecken macht. Wir sind euch ein paar Jahre voraus, altersmäßig, und wir können bestätigen: Logistisch gesehen ist das Reisen mit Kleinkindern herrlich, denn in den Sommerferien ist grundsätzlich alles teuer UND voll (obwohl es auch noch weitgehend unentdeckte Paradiese gibt, Estland und Rumänien zum Beispiel). Dafür wird anderes mit älteren Kindern einfacher (und das fängt schon beim selbstständigen Gang zum Klo an der Tankstelle an). Und während kleine Kinder zufrieden sind, wo auch immer im Sand zu buddeln, interessieren sich ältere Kinder zunehmend für die Reiseziele und entwickeln eine Beziehung zum fremden Land – mir macht es wahnsinnig Spaß, meinen Jungs die Welt zu zeigen.
    Wir haben genauso angefangen wie ihr (nur ohne Flugreisen). Inzwischen haben wir uns unseren großen Traum erfüllt und reisen ein knappes Jahr kreuz und quer durch Europa (trotz Schulpflicht-Komplikation; es ist letztlich doch nicht unmöglich).

    Viele Grüße, aktuell aus Albanien,
    Lena

  8. Pingback: Sind Fernreisen mit kleinen Kindern Quatsch? Ein Plädoyer und eine Menge Tipps - Family Escapes

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