Elternzeit 1
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Unsere Learnings aus der Elternzeitreise nach Neuseeland

Ok, wo fange ich an? Ganz einfach: mit der Mail von Matthias, der mit seiner kleinen Familie ebenfalls gerne nach Neuseeland reisen würde, um eine wunderbare Elternzeit zu verbringen.
Er hat mir geschrieben, weil er unseren Reiseblog gefunden hat und einige Fragen ihn beschäftigten, die wir damals auch hatten.

Los gehts:

1. Flugbuchung: Wo habt Ihr gebucht? Reisebüro, Internet (wenn ja worüber) und wie habt Ihr nach Stopover Flügen gesucht…das scheint schwierig zu sein…oder hattet Ihr jeden Flug einzeln gebucht?


Wir buchen fast ausschließlich online. Das Vergleichen in unterschiedlichen Portalen wie Swoodo oder direkt bei den Airlines anzufragen macht zwar viel Aufwand, lohnt sich aber definitiv. Für mich ist das eine Qual, für Ronald ein geliebtes Hobby. Vor allem wenn Gabelflüge dazu kommen… Sprich: wenn man Muse und Spaß dran hat, findet man online ganz bestimmt die besten Angebote. Wir hatten auch in zwei Reisebüros angefragt, aber die konnten nicht mithalten, wenn es komplexer wird. Und komplex wird’s schnell, wenn unterschiedliche Stoppover in Betracht zieht, die Pick-up Stationen der Camper mitbedenkt und sich die Flugzeiten betrachtet…

Letztendlich haben wir damals über den Vermieter des Camper gebucht, das war TSA Travelservice. Die hatten ein Special für Emirates Flüge und so lief das ganz gut – nachdem wir ihnen alle Stops und Zeiten vorgeben hatten :-)
2. Flüge: Was sind Eure Tipps für die langen Flüge? Hattet Ihr keine Sorge, dass Anton permanent schreit? Hattet Ihr Anton die ganze Zeit auf dem Schoß? Wie gut hat das funktioniert?

Tipps? Ich fürchte so echte Tipps & Tricks kann ich nicht bieten. Stell Dir einfach vor wie es ist, wenn man sechs, zehn oder fünfzehn Stunden ununterbrochen mit seinem Kind zusammen ist. Was braucht es da? Lecker essen, ein bisschen Ablenkung (und das ist in dem Alter echt noch einfach) und Schlaf. 
Und was macht ein einjähriges Kind so tagsüber? Es räumt alles aus, krabbelt rum, klettert so gut es kann, freut sich und weint auch mal. 
Das ist im Flugzeug nicht anders. Was ich damit sagen will: stresst Euch vorher nicht mit den ganzen Was-wäre-wenn-Fragen. Es wird laufen. Und wenn der Wurm mal weint, weil er müde ist und nicht wie gewohnt einschlafen kann, dann trägt man ihn halt rum, bis er einschläft. Stellt Euch einfach nur drauf ein, dass ihr selbst keinerlei Pausen während des Fluges haben werdet. Nichts da mit Lesen, dösen oder schön Filme kucken – Programm ist angesagt!
Ganz nützlich ist es übrigens, wenn man die Plätze mit Baby Bassinet bucht. Bis 10 Kilo dürfen die Kleinen da noch drin liegen und das kann einem im besten Falle mal ein paar Stunden freie Arme verschaffen. Babynahrung gibt es je nach Airline auch an Board, wobei das bei Emirates völlig pürierte Gläschen reines Gemüse waren (die ab dem 4. Monat). Für Einjährige nicht so befriedigend. Daher lieber ausreichen leckere und spannende Sachen mitbringen, das sorgt für Abwechslung und gute Laune.
Die oft diskutierten Probleme zum Druckausgleich bei Start und Landung hatten wir gar nicht. Ich denke, das spielt nur eine Rolle, wenn die Babies noch sehr klein sind.

3. Wohnmobil: Worauf sollten wir beim buchen des Wohnmobils noch achten, außer einem festen Bett und eigenem WC + Dusche? Würdest Du uns empfehlen direkt ein Wohnmobil für 6 Personen zu buchen?


Uns ist es immer wichtig, dass wir nicht nur noch am Umbauen und Räumen sind. Daher sollten die Betten und der Essplatz immer verfügbar sein. Sicher hat ein VW Bus eine gewisse Romantik, aber wenn man eh schon Kinderkram überall hat und vor der Abfahrt alles verstauen muss, mag ich lieber richtige Schränke haben, in die alles rein passt und in denen man alles findet. Vielleicht kommt das auch mit dem Alter, ich weiß nicht. Aber ich mags lieber einigermaßen ordentlich und organisiert als chaotisch.

Direkt ein Wohnmobil für sechs Personen zu buchen halte ich aber für übertrieben. Die für vier reichen locker und für unsere diesjährige Tour haben wir auch das kleinste Modell gebucht. Ansonsten gibt kaum was zu beachten. Man muss halt gut vergleichen, was Freikilometer, Versicherung und Ausstattung angeht. Das kann schon stark variieren…

4. Reiserücktritt: Habt Ihr alles selbst gebucht oder buchen lassen bei einem Rundreiseanbieter und Reiserücktritt abgeschlossen, falls Anton vor der Reise erkrankt wäre?
Wir haben keine zusätzliche Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen, weil wir alles über die Kreditkarte gebucht haben, bei der eh eine inklusive ist. Es ist sicher ratsam eine abzuschließen, denn auch wir haben schon mal eine Reise am Tag des Abflugs gecancelt, weil Anton krank war. Damals liefe dann über die Versicherung und wir haben fast alle Kosten erstattet bekommen.

5. Versicherungen: Habt Ihr zusätzlich zum Auslandskrankenschutz irgendwas abgeschlossen und hat das bei der Masernbehandlung von Anton geholfen?
Ja, wir haben immer für alle Familienmitglieder einen zusätzlichen Auslandskrankenschutz abgeschlossen, da die Krankenversicherung im nichteuropäischen Ausland nur bedingt greift. Das ist auf jeden Fall ratsam. Als Anton die Maser in Neuseeland hatte (oder was auch immer es war), wurden von ihr alle Kosten übernommen, man geht lediglich in Vorleistung. Wir haben die Kinder bei Envivas versichert.

6. Packliste: Was hattet Ihr an Besonderheiten für Anton dabei? Eine allgemeine Packliste hatte sich auf Weltwunderer.de gefunden, aber welche Dinge haben sich tatsächlich als sehr wichtig und nützlich herausgestellt?
Eine Trage von Vaude hatten wir mit, die wegen des schlechten Wetters leider nicht allzu oft zum Einsatz kam. Aber wer wandern gehen will, der ist mit so einem Teil schon gut beraten. Die Manduka ginge evtl. auch, aber für längere Strecken, oder wenn es warm ist, ist sie schon deutlich weniger komfortabel. Und ein guter Buggy, der den Flug übersteht, den man vollpacken und dennoch schieben kann und in dem ein Kind auch mal einigermaßen schlafen kann. Wir haben immer noch den Cybex Callisto, der die Reise mit all den Flügen gut überstanden hat und nun auch wieder mitkommt. Der hat sich gelohnt.

Das einzige, was wir neben einer warmen Mütze in Neuseeland gekauft hatten, war ein Kindersitz, den man an den Tisch klemmen kann. Den haben wir auch heute noch und werden ihn auch diesmal wieder mitnehmen, damit Ida auch am Tisch sitzen kann.

Ansonsten hatten wir nicht das Gefühl etwas gravierendes vergessen zu haben. Man bekommt dort ja auch wirklich alles.

7. Medikamente: Wie sah die Reiseapotheke aus?
Nurofen Saft, Benuron Zäpfchen, Nasenspray, Verbandszeug, Heftpflaster, Desinfektionsspray. Für alle weiteren Krankheiten muss man eh zum Arzt.

8. Reiseplanung: Habt ihr grob oder sehr detailliert geplant (dann halt mit Babypuffer) wo Ihr wann sein wolltet und wie gut hat das für Euch funktioniert?
Wir haben locker geplant, weil wir uns auch treiben lassen wollten. Vorab haben wir nur die Sachen herausgesucht, die wir gerne sehen wollten. Daraus ergab sich dann ganz automatisch eine Route, der wir auch gefolgt sind. Nur die Catlins standen ursprünglich nicht auf der Liste, das haben wir spontan entschieden und es sehr genossen.

Ich hatte es ja schon ein paar Mal geschrieben: man reist langsam mit Kind. Weil man keine vier Stunden durchfahren kann, nur um mal ne Strecke zu überwinden. Dazu kommen Spielpausen, Mittagsschläfchen, Entdeckungsrundgänge…. Die ersten beiden Wochen hat mich das gestresst, weil ich zu sehr den ‚aber wir wollten dann doch dort sein Plan‘ im Kopf hatte. Nachdem wir das einfach hinter uns gelassen hatten, wars wesentlich entspannter für alle Seiten.

Von daher: ne grobe Planung braucht es schon, aber tagesgenau das anzugehen, macht keinen Sinn. Wir rechnen mittlerweile mit max. 400km, die wir am Tag fahren. Man würde auch mehr schaffen, aber die 400 sind für alle entspannt und können in zwei Etappen (und bestenfalls in zwei Schlafphasen) aufgeteilt werden.

9. Und zuletzt: Die Fotos sind fast durchgehend super und unheimlich lichtstark und knackscharf…verrätsts Du mir, mit welcher Ausrüstung (vor allem das Objektiv) Du die meisten Aufnahmen gemacht hast (so von Profi zu interessiertem Reisefotograflaien).
Naja, nun verdiene ich mit Fotos ja nun mal unser Geld, von daher sollten sie ganz gut sein :-)
Ich nehme auch auf Reisen meine Kameraausrüstung mit. Dann ist eine D700 dabei, das 24-70mm 2.8, das 50mm 1.4, und ein Weitwinkel, meist das 24mm 2.8. Den Laptop sowieso und auch ne externe Festplatte. Es ist ein Geschleppe, klar.

Immer wieder denke ich an Alternativen, die Nikon One lacht mich immer wieder an. Aber wenn man sich mal an einen gewissen Workflow gewöhnt hat und außerdem eine bestimmte Qualität (fotografieren im RAW Format und die guten Objektive) will, kommt man nicht drumrum auch vernünftiges Werkzeug zu benutzten. Es gibt nur dann nur zwei Wege: entweder gescheit mit der ordentlichen Kamera, oder das iPhone.

Ich hoffe, dass Dir lieber Matthias und allen anderen, die in ihrer Elternzeit auch verreisen möchten, diese Antworten ein bisschen geholfen haben. Wenn Ihr weitere Fragen habt, schreibt mir, ich sammle gerne und veröffentliche die Antworten dann hier, sonst werd ich nimmer fertig mit den Mails :-)

LG, Katja

1 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel von Euch. Unsere Reise geht bald auch dort hin. Danke für all die Informationen, das hilft einem sehr. Liebe Grüße und weiterhin viel Spass, aus Kambodscha

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