Kreuzfahrt 2013
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Reisen und Urlaube – Erwartungen und Erfüllung

Auf Grund der Bekanntgabe, dass wir wieder länger unterwegs sein werden haben uns viele Freunde und auch Fremde darauf angesprochen, ob uns das nicht zu stressig wäre. Allein der Gedanke mit kleinen Kindern zu verreisen ist für manche schwer vorstellbar. Zu viele Ängste und Sorgen machen sich breit, was wäre wenn… Hand aufs Herz, auch so mancher lang ersehnte Urlaub, der voller Erwartungen angetreten wird, ist am Ende ein bisschen enttäuschend, weil es weder Ruhe noch Zeit für sich gab und einiges nicht so geklappt hat, wie man sich das vorgestellt hat.

Diese Situation kennt wohl jeder: der Alltag ist voll gepackt mit Terminen und To Dos, dazwischen soll gearbeitet, gekocht, aufgeräumt, gespielt und geliebt werden. Eine Auszeit tut Not und der langersehnte Urlaub erscheint wie eine goldene Sonne am Horizont der Erschöpfung. Jetzt wird alles gut, man wird nichts mehr tun müssen, wird Bücher auf der Sonnenliege lesen, lecker und in Ruhe essen, einen tollen Strand haben, an dem die Kinder stundenlang und alleine die tollsten Burgen bauen. Happy shining people überall.

Klingt toll. Ist aber nicht wahr. Wahr ist, dass man nachdem man endlich alle, aber wirklich alle Klamotten für alle Wetterlagen in den Koffer gezwängt, Babynahrung für 2 Wochen im Voraus gekauft und Berge voll Spielzeug eingepackt hat, nachts übermüdet zum Flughafen fährt und total erledigt am Urlaubsort wieder aus der Maschine fällt. Dann noch ein Bus, der erst alle anderen ablädt… Horror. Ah, Hunger könnte das ganze noch auf die Spitze treiben.

Nach bestenfalls einem Tag Akklimatisation stellt man fest, dass die Betten doch nicht so toll sind, dass man nur noch ans Buffet rennt und man weder in Ruhe noch gemeinsam isst… Die Liege hat man sich zwar gesichert und das Buch aufgeschlagen, doch die Fragen ‚Mama, was hast Du zu essen dabei‘ oder ‚Schatz, ich find die Schwimmärmel nicht‘ holen einen ganz schnell zurück in die Realität. Und am Ende hat man wieder keine braunen Beine, weil man einfach niemals lag.

So ist das. Und man wird es nicht wirklich ändern können, außer, man verreist ohne Kinder. Bleibt also es zu akzeptieren und das von Vornherein. Keine unrealistischen Erwartungen aufbauen ist der größte Tipp für einen entspannten Urlaub.

Oder man betrachtet es als Reise, als Abenteuer. Wir unterscheiden stark zwischen Reise und Urlaub, denn dann gerät man schon mal nicht in diese Spirale der enttäuschten Hoffnung, Frustration, schlechter Laune…

Unsere zweite Elternzeit wird eine Reise. Wir sind nicht sieben Wochen in Urlaub. Wir sind einfach unterwegs, leben wo anders, sehen was anderes, schlafen woanders und essen anderes. Der Alltag wird anders aussehen, aber er wird existent sein. Ich glaube, das diese Einstellung elementar für eine gute Zeit zusammen ist. Keine Illusionen darüber was es bedeutet zwei Kinder 24 Std. um sich zu haben, ohne Kindergartenzeiten oder Spielkameraden. Auf kleinem Raum nah beieinander zu sein…

Man muss das für sich vorher geklärt haben, auch als Paar, sonst entsteht Stress, en man ja hinter hinter sich lassen wollte. Wir sind auch Menschen und haben Wünsche und Bedürfnis und glaubt bloß nicht, dass bei uns immer alles toll und esay peasy ist, aber es hilft wirklich enorm im Vorfeld miteinander zu sprechen, zu sagen, was man wünscht und zu schauen, was wie realistisch ist. Dann ist auch mal ein Tag alleine für die Mama drin und auch ein Extraeis den Sohn.

Und übrigens: für eine Reise packen ist einfacher als für 14 Tage Urlaub. Man muss ja eh waschen unterwegs und es gibt keine permanenten Mitreisenden, denen man ständig ein tadelloses Outfit präsentieren muss.

So genug des Textes. Abschließend verrate ich Euch noch, dass wir auch mal ganz banal Urlaub machen. Doch, echt. Haarscharf am Pauschaltouristen vorbei: eine Kreuzfahrt durchs östliche Mittelmeer wars. Aber immerhin sind wir selbst angereist und hatten noch nen Zwischenstopp. Wir sind am Tag vor der Einschiffung in Genua angekommen und hatten vormittags noch genügend Zeit die Stadt ein bisschen kennenzulernen. Mein Genuabild war vorher nicht so positiv bis eigentlich nicht existent, doch diese Stadt ist gar nicht so schlecht! Da kann man schon mal nen Tag oder zwei verbringen und das Flair einer alten Handelsstadt auf sich wirken lassen.

1 Kommentare

  1. Das hast du wirklich schön gesagt.. Ich selbst habe noch keine Kinder, bin aber durch deine Fotografie auf deinen Reiseblog damals aufmerksam geworden und habe euch beneidet. Für den Mut diese lange Reise anzugehen (ich muss dazu sagen mein Traum ist es nach Australien zu reisen, bisher immer mit dem gedanken am besten bevor ich Kinder habe, weil man dann eine lange Zeit keine Zeit dafür hat) Aber leider hat sich die beste Situation(Zeit und Geld) noch nicht ergeben.
    Ich habe Freunde mit kleineren Kindern, von denen ich immer wieder Worte höre wie: ins Restaurant mit Kindern oder so eine Reise oder dies oder das „Das würde ich nieeee machen. Ist mir viel zu anstrengend“
    Stattdessen macht ihr mir Mut, dass wenn ich mal eine kleine Familie habe, meine Reiselust nicht aufgeben muss, und nicht nur am Strand sitzen muss, weil dass das einzige ist, was die Kinder wollen. Du machst mir Mut, dass ich es dann auch anders machen kann und die Welt mit Kindern entdecken kann. Auch wenn langsamer und auch wenn sich die Kinder nicht dran erinnern werden, aber ich finde es toll. Denn nix mehr machen oder nur noch 100% Kindergerechter Urlaub ohne Entdecken stell ich mir für mich totlangweilig vor, denn bereits nach 1h Lesen, hab ich dazu keine Lust mehr.

    Ich freue mich deshalb sehr auf euren Reisebericht und wundervolle Fotos

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